SIAM-Workshops

 

Das SIAM-Konzept wurde unter Leitung von Simone Hatami (ZAK Hannover) und Hajo Seng (autSocial e.V.) im Rahmen eines gemeinsamen Projektes entwickelt. SIAM ist jetzt ein Projekt von autSocial e.V..

Seit dem Sommer 2009 wurden im Kontext des autWorker-Projekts Workshops „Autistische Fähigkeiten“ durchgeführt. Seither haben annähernd 1000 autistische junge erwachsene Menschen an einem solchen Workshop teilgenommen, von denen die meisten am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn standen. Der spezielle Bedarf dieser Altersgruppe wurde im Verlauf der Arbeit mit autistischen Menschen immer wieder deutlich.

Neben einem „positiven“, auf die Stärken fokussierten Blick auf ihren jeweiligen (individuell ausgeprägten) Autismus konnten die Teilnehmenden etwas über ihre Art und Weise zu denken und wahrzunehmen lernen. Diese Erfahrungen wurden u.a. von Hajo Seng im Rahmen seiner Promotion beschrieben und ausgewertet, und in die Konzeption der SIAM-Workshops mit eingeflossen.

Mit einer kontinuierlichen Begleitung durch die Workshops möchten wir junge Menschen dabei unterstützen, Strategien und Kompetenzen für eine selbstständige Lebensführung zu entwickeln. Ein Ziel in der Vorbereitung auf das Leben in der Gesellschaft ist das Erkennen eigener Stärken und Fähigkeiten vor dem Hintergrund der eigenen autistischen Persönlichkeit.

 

Die Fähigkeiten autistischer Menschen bleiben oft unerkannt – das ändern wir!

 

Autismus, insbesondere im hochfunktionalen Teil des Spektrums, ist in aller Regel mit einem untypischen, häufig stark variierenden Stärken-Schwächen-Profil verbunden. Wegen dieser untypischen Verteilung werden die Stärken autistischer Menschen oft nicht erkannt.

Im Unterschied dazu stehen ihre Schwächen meist deutlich im Fokus und werden auch von Diagnostik und Therapie adressiert. Insbesondere im Schulsystem wird von autistischen Menschen eine hohe Anpassungsleistung gefordert, so dass Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung im Rahmen professioneller Hilfen meist weniger im Vordergrund stehen. Dadurch erkennen auch die autistischen Menschen selbst ihre Stärken nicht oder erst sehr spät.

Das untypische Stärken-Schwächen-Profil autistischer Menschen bildet sich auch in ihren Biographien ab. Typisch sind hier die eher ungewöhnlichen Lebensläufe geprägt von hohen Anpassungsleistungen, außergewöhnlichen Leistungen, Berufs- oder Ausbildungsabbrüchen, Orientierungslosigkeit und Erschöpfung.